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Haus Riswick
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Futter für die Kälberaufzucht und Rindermast im Test

Hammeltest

Im Landwirtschaftszentrum Haus Riswick, Kleve, wurden im Auftrag im Rahmen der Energetischen Futterwertprüfung zwei Ergänzungsfutter für Kälber und sieben Ergänzungsfutter für die Rindermast geprüft. Ziel dieser Prüfung ist die Bestimmung des Energiegehaltes für das jeweilige Futter auf der Grundlage von Verdauungsversuchen an Hammeln, um anschließend einen Vergleich mit dem vom Hersteller deklarierten Energiewert vorzunehmen. Der detaillierte Prüfungsablauf befindet sich in der Übersicht 1.

Bei den Aufzuchtfuttern für Kälber wird der Energiegehalt seitens der Hersteller mit 11,2 MJ ME/kg angegeben. Die Angaben zum Gehalt an Rohprotein lauten 19 bzw. 21 %. Bei den sieben Ergänzungsfuttermitteln für die Rindermast soll ein Futter der Energiestufe 2 und sechs Futter der Stufe 3 angehören. Die Angaben zu den Rohproteingehalten variieren zwischen 22,0 und 30,0 %, wobei je drei Futter mit 25 % bzw. 30 % Rohprotein ausgestattet sein sollen. Die Angaben zum Gehalt an Rohfett schwanken zwischen 3,0 und 4,6 %, womit übliche Gehalte vorliegen. Bei den Herstellerangaben zum Gehalt an Rohfaser ergibt sich eine wesentlich größere Variation. Die Angaben reichen von 4,5 % bis 13,0 %. Die Gehalte an Calcium und Phosphor lauten nach Herstellerangaben für die beiden Aufzuchtfutter für Kälber 1,05 bzw. 0,90 % und 0,45 bzw. 0,55 %. In den Ergänzungsfuttermitteln für die Rindermast sollen deutlich höhere Ca- und P-Gehalte vorhanden sein. Die Angaben zum Ca-Gehalt beispielsweise reichen von 1,1 % bis zu 2 %.

Bei den Fütterungshinweisen werden in aller Regel klare Aussagen zu den einzusetzenden Tagesmengen gemacht. Bei den Kälberaufzuchtfuttern sollen bis zu 2 kg pro Tier und Tag verabreicht werden. Bei den Ergänzungsfuttermitteln für die Rindermast werden Tagesmengen von 1,5 kg zu Mastbeginn bis zu 4 kg gegen Mastende empfohlen. In aller Regel wird der Einsatz zu eiweißarmen Grundfutter bzw. speziell zu guter Maissilage angenommen.

Ergebnisse

Der Übersicht 2 können die deklarierten Gehalte der Hersteller, die durch die LUFA NRW ermittelten Analysenwerte sowie die im Hammeltest ermittelten Verdaulichkeiten und die daraus bestimmte Energiestufe entnommen werden. Der Vergleich der analysierten Nährstoffgehalte mit den Angaben der Hersteller zeigt im Großen und Ganzen eine gute Übereinstimmung. Beim Futter BM EKG 25/3 der AGRAVIS, KW Dorsten, beträgt der Analysenwert für Rohprotein 22,2 %, womit die Deklarationsangabe von 25 % deutlich unterschritten ist. Beim Futter RWZ Buma 30 S der RWZ Rhein-Main, Köln ergibt sich in der Analyse ein Ca-Gehalt von 1,52 %, der ebenfalls deutlich unterhalb der Herstellerangabe von 2,0 % liegt. In beiden Fällen werden die aufgrund der Futtermittelverordnung gültigen Toleranzen deutlich überschritten.

Wegen der geringeren Gehalte an Rohasche, bedingt durch eine niedrigere Zugabe von Mineralstoffen, ist in den Kälberaufzuchtfuttern der Gehalt an organischer Masse in aller Regel deutlich höher als in den Ergänzungsfuttern für die Rindermast. So betragen die Werte für die Kälberaufzucht 80,4 bzw. 82,0 %, bei den Rindermastfuttern werden bei sechs Futtern Werte von 78 bis 79 % ausgewiesen. Die Werte für die organische Masse in den Mastfuttern sind insgesamt deutlich niedriger als in Milchleistungsfuttern, was durch höhere Mineralgehalte zu erklären ist.

Die Verdaulichkeit der organischen Masse unterliegt mit Werten zwischen 78,8 und 91,9 % sehr großen Schwankungen. Sehr hohe Verdaulichkeitswerte erreichen die beiden Ergänzungsfutter für Kälber. Beide Futter werden in die Energiestufe > 3 eingruppiert, wobei beim Futter der Raiffeisen Gescher der angegebene Energiegehalt um mehr als die verordnungsrechtlich vorgeschriebene Toleranz überschritten wird. Die Energiestufe > 3 erreichen auch die Futter RIMA 22/3 von Haneberg & Leusing, Schöppingen und RWZ Buma 30 S der RWZ Rhein-Main, Köln, da diese Futter mit 85,5 bzw. 87,4 % ebenfalls eine sehr hohe Verdaulichkeit der organischen Masse besitzen. In beiden Fällen wird die angegebene Energiestufe damit überschritten. Bei den übrigen Futtern wird die jeweils angegebene Energiestufe bestätigt. Die Schätzung des Energiegehaltes mittels Cellulase-Test ergab bei allen Futtern eine Bestätigung der von den Herstellern angegebenen Energiestufen bzw. Energiegehalte.

Kommentar

Ergänzungsfuttermittel für die Rindermast sollen so konzipiert sein, dass sie den Nährstoff-, Mineral- und Vitaminbedarf der wachsenden Tiere zu einer gegebenen Grobfuttersituation in der Summe ergänzen und in der Regel keine weiteren Futtermittel eingesetzt werden müssen. Diese Forderung bedingt immer eine höhere Mineralisierung als beispielsweise bei den Milchleistungsfuttern. Für eine ausreichende Skelettentwicklung, gerade bei jungen Tieren, sind Calciumgehalte von etwa 1,5 % erforderlich. Erfreulicherweise wird diese Vorgabe fast immer eingehalten. Lediglich das Futter BM EKG 25/3 hat mit 1,1 % deklariert und 1,36 % analysiert einen sehr knappen Ca-Gehalt. Problematisch ist bei diesem Futter zudem die Unterschreitung im Rohproteingehalt in der Größenordnung von 2,7 %-Punkten. Dies kann bei sehr guter Maissilage vor allem in der Anfangsmast zu einem Proteinmangel führen. Ursächlich für die Unterschreitung dürfte im vorliegenden Fall nicht die komponentenmäßige Zusammensetzung des Futter sein, wenn man mittlere Proteingehalte in den verwendeten Komponenten unterstellt. Deshalb ist eher davon auszugehen, dass in einer oder mehreren Komponenten ein erniedrigter Proteingehalt vorlag, so dass die Mischabsicht nicht erreicht wurde. Durch eine bessere Kenntnis der Rohproteingehalte in den verwendeten Futterchargen sollte es möglich sein, die gewünschten Rohproteingehalte in der Futtermischung auch tatsächlich zu realisieren.

Ähnlich wie in vorhergehenden Prüfungen mit Ergänzungsfuttermitteln für die Rindermast ergeben sich ebenfalls für die beiden vorliegenden Durchgänge große Unterschiede in der Verdaulichkeit der organischen Masse. Bei Berücksichtigung aller Futter ergibt sich eine Spannbreite von 78,8 bis 91,9 %. Bei ausschließlicher Betrachtung der Werte für die Rindermastfutter beträgt die Spanne immerhin noch 9,6 %-Punkte, was zu entsprechend großen Unterschieden im Energiegehalt der Futter führt. Für den Futtereinkauf und die Futterzuteilung ist die Kenntnis des Energiewertes einer Futtermischung von zentraler Bedeutung. Von den Herstellern der Futter sind deshalb exakte und korrekte Energieangaben im Rahmen des Energiestufensystems zu fordern.

Fazit

Von den neun geprüften Ergänzungsfuttern für Kälber bzw. Mastrinder wurden die deklarierten Nährstoffgehalte mit Ausnahme von zwei Fällen durch die Analysenbefunde bestätigt. Die Angaben zum Energiegehalt stimmten in sechs Fällen mit den Ergebnissen der Verdaulichkeitsmessung überein. In drei Fällen wurde ein Überschreiten des deklarierten Energiewertes bzw. der Energiestufe festgestellt, womit sich die Tendenz vorhergehender Prüfungen fortsetzt. Hier sind realistischere Angaben seitens der Hersteller wünschenswert.